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Gecrawlt, aber nicht im Index
Kaum eine Meldung aus der Google Search Console wird so oft falsch verstanden wie diese. Sie klingt nach einem technischen Defekt, ist aber ein Urteil über den Inhalt, und deshalb hilft dagegen auch keine technische Maßnahme.
Rubrik:Technik
Stand:24. August 2026

Wer in der Search Console unter der Seitenindexierung nachsieht, findet dort eine Liste von Zuständen, und einige davon lesen sich wie Fehlermeldungen, obwohl sie keine sind. Wir gehen die drei durch, die im Mittelstand am häufigsten für Aufregung sorgen.
Drei Stufen, die nichts miteinander zu tun haben
Zwischen Ihrer Seite und einem Platz in den Ergebnissen liegen drei getrennte Schritte. Zuerst muss der Bot die Adresse abrufen dürfen und können. Dann muss die abgerufene Seite in den Index aufgenommen werden. Und erst danach entscheidet sich, ob sie zu einer bestimmten Frage überhaupt ausgespielt wird.
Diese drei Stufen sind voneinander unabhängig, und genau daran scheitern die meisten Erklärungen. Nicht blockiert heißt nicht indexiert, und indexiert heißt noch lange nicht, dass jemand die Seite zu sehen bekommt.
Was der Status wirklich sagt
Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert bedeutet, dass Google Ihre Seite abgerufen, gelesen und danach entschieden hat, sie nicht aufzunehmen. Das ist kein Defekt an Ihrer Technik, sondern ein Urteil über den Wert der Seite.
Deshalb bringt es auch nichts, die Adresse erneut zur Indexierung einzureichen. Wir haben das oft genug bei Kunden gesehen, die es monatelang versucht hatten. Es hilft nur dreierlei: den Inhalt so erweitern, dass die Seite wirklich etwas beantwortet, sie im eigenen Auftritt besser verlinken, oder sie streichen und ihre Aussage dorthin geben, wo sie hingehört.
Der Status, der gar kein Fehler ist
Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag klingt nach einem Problem und ist der beabsichtigte Zustand. Sie sagt, dass zwei Adressen denselben Inhalt zeigen und dass Sie Google richtig mitgeteilt haben, welche der beiden die maßgebliche ist.
Wir erwähnen das, weil dieser Status regelmäßig als Mangel verkauft wird. Wenn Ihnen jemand eine Liste solcher Adressen als Handlungsbedarf vorlegt, lohnt sich die Rückfrage, was genau daran zu reparieren wäre.
Die robots.txt ist keine Sperre
Die robots.txt ist eine Bitte an den Crawler, bestimmte Pfade nicht abzurufen. Sie ist kein Schloss. Google schreibt selbst, sie sei kein Mittel, um eine Seite aus der Suche herauszuhalten.
Daraus folgt der Fehler, der uns am häufigsten begegnet. Wer eine Seite gleichzeitig per robots.txt sperrt und mit einem noindex versieht, blockiert sich selbst. Google darf die Seite nicht abrufen, sieht das noindex also nie, und nimmt die Adresse trotzdem auf, sobald irgendwo ein Link darauf zeigt. In der Search Console steht dann indexiert, obwohl durch robots.txt blockiert, und im Ergebnis erscheint ein Eintrag ohne Beschreibung.
Die richtige Reihenfolge ist: die Sperre herausnehmen, das noindex ausliefern, warten, bis Google die Seite abgeholt und den Zustand gemeldet hat, und erst danach wieder sperren, falls das überhaupt nötig ist.
Was wir daraus machen
Bevor wir eine Seite bauen, zählen wir, unter wie vielen Adressen Google den bestehenden Auftritt kennt, und sehen nach, welchen Zustand jede einzelne davon trägt. Beim größten Umzug, den wir bisher gemacht haben, waren das 201 Adressen, und jede hat vor dem Livegang ein Ziel bekommen und wurde danach einzeln aufgerufen.
Das ist keine Zauberei und auch kein Verkaufsargument. Es ist die Arbeit, die den Unterschied macht zwischen einem Relaunch, den Ihre Kunden gar nicht bemerken, und einem, nach dem das Telefon drei Monate lang stillsteht.

